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SCHREIBWERKSTATT
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Seit dem Schuljahr 2007/2008 gibt es erstmalig an unserer Schule eine Schreibwerkstatt. Unter der Leitung von Frau Kuhn treffen sich hier montags in der 7.und 8. Stunde im Raum A123 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 um ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, nachzugehen. Die Anregungen zum kreativen Schreiben sowie das Handwerkszeug zum Erstellen unterschiedlichster Texte erhalten sie dabei von Frau Kuhn. Zettel, Mappen, Stifte und gute Ideen müssen die Teilnehmer selber mitbringen. Gearbeitet wird in Kleingruppen oder allein.
Vorläufiger Höhepunkt für die Teilnehmer dieser AG war der Informationsnachmittag am 07. Dezember 2007, als Kira Zappi, Julia Zinserling, Sonja Wünsch und Hendrik Füllgraf auf dem so genannten Vor- Lesesofa Platz nahmen und ihre selbstgeschriebenen Geschichten vor einem recht großen Publikum äußerst souverän vorgetragen haben. Interessierte hatten weiterhin die Möglichkeit, auch die in Mappen ausgelegten Geschichten der anderen Schreibwerkstatt- Mitglieder einzusehen.
Die Autorinnen und Autoren der Schreibwerkstatt, die bisher Ausdauer und großen Enthusiasmus gezeigt haben sind:
Hendrik Füllgraf (6b), Elisa Haas (6a), Leon Kuhn (6b), Katin Mohamad (5c), Johanna Lomp (5c), Evelina Tymchyshyn (6b), Sonja Wünsch (6a), Kira Zappi (6a), Julia Zinserling (5a).
Auf die Fragen, was ihnen Schreiben bedeute und warum sie in die Schreibwerkstatt kommen, haben die Mitglieder Folgendes geantwortet:
Kira: "Ich schreibe gern, weil ich dann eigene neue Welten erschaffen und alles um mich herum vergessen kann!"
Sonja: "Ich gehe gern zur Schreibwerkstatt, weil ich da viel Spaß habe, etwas dabei lerne und mir etwas selber ausdenken kann!"
Leon: "Schreiben bedeutet mir sehr viel, da es mich sehr beruhigt und entspannt und meiner Fantasie keine Grenzen gesetzt werden!"
Elisa: "Lesen und Schreiben bedeuten für mich, dass ich in eine andere Welt eintauchen kann und der Stress in Vergessenheit gerät!"
Sonja: "Lesen und Schreiben bedeuten mir viel, weil ich dann meine Wünsche zu Traumgeschichten machen kann."
Elisa: "Beim Schreiben kann ich mich fühlen wie Cornelia Funke!"
Johanna: "Ich gehe gern dorthin, weil es mir Spaß macht, Fantasiegeschichten, die in meinem Kopf sind, aufzuschreiben und ich zu Hause nicht dazu komme, Geschichten zu schreiben!"
Kira: "Ich gehe gern zur Schreibwerkstatt, weil es dort lustig ist, ich dort Freundinnen habe und man richtig schreiben lernt!"
Leon: "Ich gehe gern in die Schreibwerkstatt, weil ich dort immer etwas Schönes machen kann, denn Schreiben ist für mich etwas Schönes!"
Mit der Fertigstellung des neuen Bibliothekraumes zieht auch die Schreibwerkstatt um, denn wo kann man sich besser zum Schreiben inspirieren lassen als in der Bibliothek, umgeben von Büchern berühmter AutorInnen?
Geplant ist außerdem, die schönsten Erzählungen in einem Buch zusammenzustellen und dies auch zu veröffentlichen. Solltest du ebenfalls gern schreiben, kreative Ideen haben, gern lesen, etwas vortragen und diskutieren, dann bist du in der Schreibwerkstatt genau richtig!
Schreibwettberwerb 2008
Wenn ich einmal Vater bin, dann...
Wenn ich einmal Mutter bin, dann...
Wie würdest du mit deinen Kindern leben wollen? Was wünschst du dir für sie? Dürfen sie mehr als du? Wie sollten Väter oder Mütter sein?
Dies waren Fragen, mit denen sich einige der Mitglieder der Schreibwerkstatt auseinandergesetzt haben, um an dem Schreibwettbewerb „Wenn ich einmal Vater/ Mutter bin, dann...“ teilzunehmen. Dazu aufgerufen haben die Stadtbibliothek Kassel, das Staatstheater, das Evangelische Forum Kassel und die Vätergruppe e.V.. Unter 300 Einsendungen wurden 28 ausgewählt, die der Jury irgendwie besonders erschienen, da sie z.B. besondere Themen behandelten oder den Erwachsenen auf gelungene Weise einen Spiegel vorhielten oder einfach nur zum Schmunzeln anregten.
Einer dieser ausgezeichneten Beiträge war der von Kira Zappi aus der Klasse
6a. Die prämierten Texte wurden am 15.05.2008, am diesjährigen Tag der Familie,
in der Lutherkirche von zwei Schauspielern, des Staatstheaters, Eva- Maria
Keller und Peter Elter, vorgetragen. Die Präsentation der literarischen
Werke wurde begleitet durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.
Um 18.00 Uhr ging’ s los. Den Auftakt bildete ein Musikstück der Schülerband der ASS. Dann folgten einige Grußworte von Frau Janz, der Dezernentin für Jugend, Schule, Frauen und Gesundheit, von Herrn Busch, dem Chefdramaturgen des Staatstheaters und Frau Hüppe- Bloche vom Evangelischen Forum. Alle Redner betonten, dass es nicht leicht war, die besten Werke aus der Flut an Einsendungen und bei der großen Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Texte auszuwählen. Frau Janz bezeichnete die Texte als „ausdrücklich eindrücklich“ und Herr Busch bedankte sich für den Mut der Teilnehmer, ihre z.T. „witzigen, anrührenden und persönlichen Erlebnisse“ zu Papier gebracht und eingesendet zu haben. Beide lobten den Weitblick der jungen Schriftsteller, die sich sehr gut und überzeugend mit der Rolle der Erziehungsberechtigten identifizieren konnten und nicht nur aufschrieben, was die Eltern, sondern auch was die Kinder tun sollten, um ein harmonisches Familienleben herbeizuführen.
Hier sind einige Ideen, die häufig von den Teilnehmern genannt und von den beiden Schauspielern eindrucksvoll vorgetragen wurden:
Manche wünschten sich Eltern, die ihnen viel vorlesen sollten und nicht nur Süßtage sondern auch Fischtage einrichteten. Eltern sollten weiterhin gute Vorbilder sein, oft etwas mit den Kindern unternehmen, viel Zeit mit ihnen verbringen und nur schimpfen, wenn es nötig sei. Kinder bräuchten Freiheiten aber auch Regeln, man sollte ihnen nicht ihren freien Willen lassen, denn sie müssten lernen, was man darf und was nicht und wo ihre Grenzen sind. Jedoch sollte man die Kinder nicht zu etwas zwingen, was sie nicht wollten. Viele der Autoren betonten, dass Vertrauen sehr wichtig sei und dass man mit seinen Eltern über alle Probleme reden können müsse. Die Eltern sollten ihre Kinder nie im Stich lassen, ihre Kinder beschützen, ihnen Halt geben und helfen, wenn sie Hilfe benötigten. Ein Teilnehmer betonte, dass die Eltern die Kinder Latein lernen, einen Schüleraustausch machen und andere Sprachen lernen lassen sollten.
Bis Kiras Text vorgelesen wurde, musste sie ca. eineinhalb Stunden warten und war verständlicherweise nach eigener Aussage recht aufgeregt, besonders als sie dann bei der Preisverleihung am Ende der Veranstaltung um 19.30 Uhr nach vorn gebeten wurde, um ihre Preise, eine Urkunde, ein Buch und einen Notizblock unter Applaus in Empfang nehmen musste. Kira hat es Spaß gemacht an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Sie hat sich natürlich über die Preise und die Auszeichnung gefreut und würde gern wieder an einem Schreibwettbewerb teilnehmen. Mal schauen, was wir da machen können..
Schulhofgeflüster
Liebes Tagebuch,
heute haben ich und Stella darüber diskutiert, wie Eltern sein sollten und hätten uns fast zerstritten: „Mütter“, stöhnte meine Freundin Stella und verdrehte genervt die Augen. „Meine Mutter hat mir verboten meine Geburtstags-Party am Samstag zu feiern, nur weil sie arbeiten muss! Aber wenn sie frei hätte, wäre sie eh bei ihrem Freund! Deine Mutter ist echt viel netter!“„Das ist zwar blöd, dass du nicht feiern darfst“, erwiderte ich „aber meine Mutter ist nicht netter, sie ist viel schlimmer. Sie erlaubt mir alles, lässt mir alles durchgehen und meine Noten sind ihr so was von egal. Hausarrest und Strafen sind für sie Fremdworte.“„Ist doch voll cool! So will ich später auch mal sein “, sagte Stella. „Damit tust du deinen Kindern aber gar keinen Gefallen. Wie würdest du dich denn fühlen, wenn du zwar alles darfst, aber sich niemand um dich kümmert?!“ „Wie würdest du denn als Mutter sein, Miss Nadja superschlau?“, fuhr Stella mich an. Langsam wurde ich echt wütend. Was bildete sie sich eigentlich ein, dass sie meine Ansichten schlecht redete, ohne sie zu kennen? Und so sagte ich es ihr dann auch: „Warum redest du schlecht über meine Ansichten ohne sie überhaupt zu kennen? Ich kann einfach nicht glauben, dass du deine Mutter schlecht redest, meine bis in den Himmel lobst und nur weil ich deine Ansichten nicht teile gleich ausfallend wirst. Dabei wollte ich doch nur sagen, dass das Verhalten meiner Mutter nicht okay ist und dass das, was sie tut, sich zwar toll anhört, aber für mich nicht toll ist!“ „Tut mir leid, ich...“, setzte Stella an, aber ich hatte mich inzwischen wieder beruhigt und ließ sie gar nicht erst zu Wort kommen. „Mir tut es auch leid, aber du hast mich gerade wirklich wütend gemacht und ich bin ein bisschen ausgeflippt, sorry.“ „Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, ich habe mich auch nicht gerade vorbildlich benommen.“ So ist das eben bei besten Freundinnen: Man kann nie lange aufeinander böse sein! Dann beschrieb ich ihr meine Vorstellungen vom Verhalten einer guten Mutter.
„Also, ich würde mir die perfekte Mutter so vorstellen:
- Ich würde auf die Noten meines Kindes achten, aber keine Strafen verhängen, wenn die mal schlecht ausfallen, sondern mit meinem Kind üben.
- Wenn es etwas Verbotenes getan hätte, wäre ich zwar enttäuscht, aber ich würde nicht rumschreien.
- Gesunde Ernährung wäre für mich und mein Kind wichtig.
- Ein angemessenes Taschengeld können wir verhandeln, indem wir sachlich über die Konditionen reden.
- Schulsachen (Hefte, Stifte etc.) würde ich meinem Kind kaufen.
- Kleidung würde ich bis zu einem bestimmtem Limit bezahlen. (Wenn mein Kind genug Shirts hat, aber eins haben will, nur weil es modisch ist, müsste es das Shirt selber kaufen)
- Mein Kind würde von mir nicht irgendwelches, sinnloses Zeug gekauft kriegen und dürfte es sich auch nicht selber kaufen.
- Hausaufgaben müssten nicht an dem Tag erledigt werden, an dem sie aufgegeben wurde. (Aber nur wenn sie nicht am nächstem Tag gebraucht werden)
Also, wie findest du das?“
Und weißt du was Tagebuch? Sie fand sie gar nicht übel! Als der Gong zum Pausenende ertönte, hatten wir uns darauf geeinigt, dass es die perfekte Mutter nicht gibt, denn jedes Kind ist anderer Meinung wie Mütter bzw. Eltern sein sollen. (Kira Zappi, Klasse 6a)
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