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HAUSMEISTER
Herr Koinzack
Ein kalter Wintermorgen. Es ist kurz vor sieben Uhr. Ein eisig kaltes Schneetreiben begleitet mich an diesem Schultag auf meinem Weg und ich verspüre nur den Wunsch endlich das Schulgebäude zu erreichen. Und da - fast angekommen am schon zum Teil erleuchteten Gebäude - höre ich, wie eine Tür scheppert, Schlüssel rascheln, und als ich mich umdrehe, sehe ich eine blaugraue Gestalt, die mir plötzlich ein schallendes und freundliches "Guten Morgen" zuruft. Einen Augenblick später begreife ich endlich, dass es unser Hausmeister Herr Koinzack ist, und nun grüße auch ich ihn freundlich zurück. Er öffnet die Eingangtür und ein Schwall angenehm warmer Luft kommt mir entgegen, so wie es jeden Morgen der Fall ist, fast ist es schon zur Selbstverständlichkeit geworden.

Mit diesem besonderen Menschen an unserer Schule, der schon am frühen Morgen wahnsinnig gut drauf ist, hatte ich das Vergnügen einige Minuten zu sprechen.

Franz Roland Koinzack wurde am 5. August 1945 in Wächtersbach im Rhein-Main-Gebiet geboren. Seit 1968 ist er verheiratet, verbindet mit der Geburt von zwei Mädchen und einem Jungen die schönsten Augenblicke seines Lebens.
Ostern 1984 wechselte Herr Koinzack an unsere Schule, nachdem er Herrn Kohl wärmstens vom Schulverwaltungsamt für diese Stelle empfohlen wurde. Der Alltag am FG gestaltet sich für den Hausmeister durchaus abwechslungsreich. Normalerweise beginnt er seinen Tag offiziell ab 7.15h bis 17.30h; doch hielte er sich exakt an diese Arbeitszeit, könnte er die täglich anfallende Arbeit nicht bewältigen und unser aller Schultag würde wohl kaum so reibungslos verlaufen. Während des Tages kümmert er sich um die verschiedensten Aufgaben, die entweder im technischen oder handwerklichen oder sogar im verwalterischen Bereich liegen; dies ist immer dann der Fall, wenn er seinen ihm zur Verfügung stehenden Etat überprüft, ob nicht hier und da noch etwas eingespart werden könnte, um es an anderer Stelle sinnvoller einzusetzen.

Falls es ein normaler Arbeitstag wird, nimmt er sich schon mal gern Zeit für seine Hobbys, zum Beispiel fürs Angeln, für seinen Teich, sein Aquarium und seine Bastelei. Ansonsten gönnt er sich mal ein Abendessen mit seiner Frau im Chinarestaurant, was neben Sauerkraut, Bratkartoffeln und Spaghetti zu seinen kulinarischen Vorlieben zählt. Wenn er dann noch Zeit hat, widmet er sich seinen künstlerischen Interessen.

Eine bestimmte Frage interessierte mich natürlich sehr, nämlich ob der Beruf als Hausmeister sein Traumberuf gewesen wäre. "Eigentlich habe ich etwas ganz anderes gelernt, nämlich Fliesenleger", so Herr Koinzack. Was dann folgte, überraschte mich förmlich, denn nun erzählte er mir, dass er diesen Beruf aufgeben musste, dann seine Schule nachholte, um schließlich eine Lehre zum Bauzeichner zu machen und diese mit dem Techniker abzurunden. In diesem Beruf blieb er viele Jahre, doch eine Bauflaute zwang ihn, sich etwas anderes zu suchen, und so kam er mehr durch Zufall zum FG und blieb dort. "Ich werde wohl auch bis zu meiner Rente hier bleiben, denn ich fühle mich hier sehr wohl und im Grunde verstehe ich mich auch gut mit den Lehrern und Schülern. Wenn das nicht der Fall wäre, dann wäre ich nicht mehr hier, denn so etwas geht mir gegen den Strich. Es gibt zwar auch mal Unstimmigkeiten, aber das ist nur dann der Fall, wenn ich mich für eine Sache einsetze, die mir wichtiger ist als andere; aber nach einer Weile legt sich das dann wieder. Außerdem gibt es Momente, nämlich jedes Jahr, wenn die Abiturienten ihr schriftliches Abitur geschrieben haben und danach richtig schön auf dem Schulhof feiern. Da freue ich mich immer wieder aufs Neue mit ihnen."

So also verlief mein Gespräch mit dem Hausmeister, aus dem ich persönlich eine Menge gelernt habe. An dieser Stelle möchte ich allen Schülern einen guten Rat geben, nämlich dass wir ohne den Hausmeister schlechter dastehen würden und wir ihn wirklich in allen Ehren halten müssen, denn dann ist er stets hilfsbereit und wird zu einem guten Freund. Alle, die das schon erkannt haben, wissen, wovon ich spreche, und ich hoffe, andere erkennen dies auch.

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